J. J. Cale: Collected

j.j. cale collected
© J. J. Cale – Collected (2015)_Music On Vinyl

J. J. Cale

Albumtitel: Collected
Veröffentlichungsjahr: 07.05.2015
Vertrieb/Label: Music On Vinyl
Homepage: https://www.jjcale.com/


Inhaltsverzeichnis

Lesezeit:

3–5 Minuten

Kurzbiografie

John Weldon „J. J.“ Cale (* 5. Dezember 1938 +26. Juli 2013) war ein US‑amerikanischer Gitarrist, Sänger und Songwriter, der als einer der Schöpfer des sogenannten Tulsa Sounds gilt. Seine lässig vorgetragene Melange aus Blues, Country, Rockabilly und Jazz, geprägt von feinen Grooves, dezentem Gesang und höchst ökonomischem Gitarrenspiel, wurde zu seinem Markenzeichen und beeinflusste Generationen von Musikern.

Aufgewachsen in Tulsa, Oklahoma, spielte Cale zunächst in lokalen Bands und interessierte sich ebenso für Aufnahmetechniken wie für die Gitarre, was ihn später zu einem eigenwilligen Studioperfektionisten werden liess.

In den 1960er‑Jahren zog er mit anderen Musikern nach Los Angeles, arbeitete als Studiotechniker und Begleitmusiker und veröffentlichte erste eigene Aufnahmen, darunter „After Midnight“, das 1970 in der Version von Eric Clapton zum Hit wurde und ihm einige Türen in der Musikindustrie öffnen sollte.

Sein Debütalbum „Naturally“ erschien 1972 und definierte den typischen Cale‑Sound mit zurückhaltendem Gesang, trockenen Grooves und einem entspannten, fast flüsternden Ton, der im starken Kontrast zur lauten Rockästhetik der Zeit stand.

Er aber blieb „laid back“. In den folgenden Jahrzehnten veröffentlichte er eine Reihe, von der Kritik und seinen Fans, hoch geschätzter Alben, blieb in der allgemeinen Wahrnehmung eher in der zweiten Reihe, tourte wenig und erwarb sich sein Markenzeichen als „Musiker für Musiker“.

Zu seinen bekanntesten Kompositionen gehören neben „After Midnight“ auch „Cocaine“, „Call Me the Breeze“ und „Crazy Mama“, die vor allem in Interpretationen anderer Künstler großen kommerziellen Erfolg haben sollten.

Eric Clapton, Mark Knopfler, Neil Young und viele weitere bezeichneten ihn als wichtigen Einfluss, was 2006 im gemeinsamen Album „The Road to Escondido“ mit Clapton gipfelte.

Dieses Album erhielt einen Grammy als bestes zeitgenössisches Blues-Album.

Cale starb 2013 in Kalifornien an den Folgen eines Herzinfarkts, hinterließ aber ein Werk, das bis heute stilbildend nachwirkt.


Rezension

„Die Kollektion“

Eigentlich bin ich kein Freund von „Best Of“ oder irgendwelchen Kollektionen. Ich bevorzuge das klassische Album. Doch mache ich auch ab und zu eine Ausnahme, wie bei diesem 3-fach Album von J. J. Cale.

„Collected“ bündelt einige große Songs auf drei 180‑Gramm‑LPs als nahezu idealen Einstieg in den Tulsa‑Sound und ist zudem eine audiophil klingende Werkschau für langjährige Fans oder einige Spätgeborene, die diesen Künstler bisher übersehen bzw. überhört haben.

Die sorgfältige Songauswahl, die klanglich homogene Zusammenstellung und die hochwertige Pressung machen das Set zu einer jener Sammlungen, die man nicht nur „zum schnellen Überblick“, sondern als „vollwertiges Album, quasi aus einem Guss“ anhören darf. Am besten noch am leise knisternden Kamin.

Sound und Konzept

„Collected“ spannt den Bogen von frühen Klassikern wie „After Midnight“ und „Call Me The Breeze“ über die entspannt groovenden Siebziger bis zu späten, reduzierten Americana‑Momenten.

Eine zeitliche Chronologie auf den sechs Vinyl-Seiten wird dabei eingehalten, die Songs außerordentlich stimmig zusammengestellt.

Charakteristisch ist Cale’s fast geflüsterter Gesang, der wie ein zusätzliches Instrument klingt und sich nie in den Vordergrund drängt. Die Gitarrenlinien sind knapp und präzise, die Grooves unaufdringlich. Eine Klangästhetik, die später unter anderem auch das Werk von Mark Knopfler oder Eric Clapton prägen sollte.

Dass Songs wie „After Midnight“, „Cocaine“ oder „Call Me The Breeze“ in Coverversionen Weltruhm erlangten, während Cale’s eigene Aufnahmen bewusst klein und intim blieben, ist Teil der leisen Ironie seines umfangreichen Werkes. Cale skizzierte die Songs knapp, andere malten diese Skizzen zum Teil farbenreich aus.

Meine 180‑Gramm‑Pressungen bieten eine hohe Laufruhe, eine überzeugende Stereobühne. Dazu viel Raum für die von Cale wie nebenbei eingespielten Licks.

Der für die Reihe „Music On Vinyl“ typische PVC‑Schutzumschlag und das beigelegte 4‑seitige Booklet mit Liner Notes und knappen Credits – leider fehlen Line-ups – unterstreichen den Anspruch, hier kein bloßes „Best of“, sondern eine sorgfältig kuratierte Edition vorzulegen.

Autor: Gerald Langer


Tracklist

LP 1

Side A

  1. After Midnight
  2. Crazy Mama
  3. Call Me The Breeze
  4. Magnolia
  5. Crying Eyes
  6. Lies
  7. I’ll Kiss The World Goodbye
  8. If You’re Ever In Oklahoma
  9. Changes

Side B

  1. Crying
  2. Cajun Moon
  3. Okie
  4. Anyway The Wind Blows
  5. Cocaine
  6. Travelin’ Light
  7. Hey Baby
  8. Cherry
  9. You Got Something

LP 2

Side C

  1. I’ll Make Love To You Anytime
  2. Don’t Cry Sister
  3. Sensitive Kind
  4. Thirteen Days
  5. Mona
  6. Carry On
  7. Mama Don’t
  8. If You Leave Her

Side D

  1. City Girls
  2. Don’t Wait
  3. Downtown L.A.
  4. Devil In Disguise
  5. Grasshopper
  6. Money Talks
  7. Hard Times
  8. Teardrops In My Tequila
  9. Trouble In The City

LP 3

Side E

  1. Change Your Mind
  2. Lady Luck
  3. Lonesome Train
  4. Jailer
  5. Borrowed Time
  6. Low Down
  7. Guitar Man
  8. Stone River

Side F

  1. The Problem
  2. Midnight In Memphis
  3. Woke Up This Morning
  4. Durango
  5. Things Ain’t Simple
  6. Santa Cruz

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