Dire Straits: Live 1978-1992

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Dire Straits

Albumtitel: Live 1978-1992
Veröffentlichungsjahr: 2023
Vertrieb/Label: Mercury / Rhino
Homepage: https://www.direstraits.com


Inhaltsverzeichnis

Rezension

Bandgeschichte

Die britische Rockband Dire Straits wurde 1977 in London gegründet und war bis 1995 aktiv. Die Gründungsmitglieder waren die Brüder Mark und David Knopfler, der Bassist John Illsley und der Schlagzeuger Pick Withers.

Noch im Gründungsjahr schickte die Dire Straits ein Demoband an die BBC, dessen Songs häufig im Radio gespielt wurden und der Band zu einem Plattenvertrag verhalfen. Ihr Debütalbum Dire Straits (1978) mit der Hitsingle Sultans of Swing fand zunächst vor allem in Deutschland und den Niederlanden Anklang, bevor es auch in Großbritannien und den USA zum Erfolg wurde. Mark Knopfler’s einzigartiges Fingerpicking und sein lakonischer Gesang wurden sehr schnell zum Markenzeichen der Band.

Nach dem zweiten Album Communiqué (1979) gelang der Band mit Making Movies (1980) der endgültige Durchbruch. Während der Aufnahmen verließ David Knopfler die Band aufgrund kreativer Differenzen mit seinem Bruder Mark und wurde durch Hal Lindes ersetzt. Mit dem nächsten Studioalbum Love over Gold (1982) und dem ersten offiziellen Live-Album Alchemy (1983) festigten die Dire Straits ihren Status als eine der führenden Live-Bands der frühen 1980er Jahre.

Den Höhepunkt ihres kommerziellen Erfolgs erreichten sie 1985 mit dem Album Brothers in Arms. Nach einer langen Pause veröffentlichte die Band 1991 ihr letztes Studioalbum On Every Street.

Seit 1995 ruhen die Bandaktivitäten, die Dire Straits sind offiziell allerdings nie aufgelöst worden. Mark Knopfler verfolgt bereits seit den 1980er Jahren eine äußerst erfolgreiche Solokarriere.

Mit über 120 Millionen verkauften Alben zählen die Dire Straits zu den erfolgreichsten Bands der Rockgeschichte.


Dire Straits Live 1978-1992

Zwischen Minimalismus und Größenwahn

Es gibt Musikdokumente, die nicht nur bestimmte Konzerte festhalten, sondern ganze Epochen gleichsam archivieren. Die monumentale Box „Dire Straits – Live 1978–1992“ gehört genau in diese Kategorie. Sie ist weit mehr als die Ansammlung von Aufnahmen, sie ist ein klingendes Panorama, das über vier Kapitel hinweg die Transformation einer Band schildert, die aus schummrigen Londoner Clubs zur globalen Arena-Ikone wurde, ohne sich dauerhaft in die Routine des Popzirkus einfügen zu lassen.

Alchemy (1983)

Das Album von 1983, aufgenommen im Hammersmith Odeon, zeigt die Band noch immer auf dem Weg nach oben. Dabei ist Brothers And Arms noch längst nicht erschienen.

Alchemy ist ein erstes Live-Monument der Dire Straits.

On the Night (1992)

Ein Jahrzehnt später ist die Bühne eine andere: On the Night (1993) inszeniert die Band in den großen Stadien. Dire Straits sind zu Stadion-Rockern geworden. Der Klang ist glatt und perfekt.

Im Unterschied zu Alchemy sind die Dire Straits mittlerweile gesättigt. Nachdem er mit dieser Band alles erreicht hat, will sich Mark Knopfler künftig auf seine Solokarriere konzentrieren.

Encores: Der Epilog (1992)

Die EP Encores wurde ursprünglich mit On The Night veröffentlicht. Das finale, etwas melancholische Local Hero/Wild Theme deutet bereits an, dass eine Ära zu Ende geht.

BBC 1978/81

Dieser Teil der Box – Live at the BBC – zeigt die Blaupause der noch jungen Band. Die Soundästhetik ist eher reduziert und skizzenhaft. Mark Knopflers Gitarre ist, bei aller Sparsamkeit, dennoch präzise, manchmal fast introvertiert.

Die später hinzugenommene BBC-Mitschnitt von 1981 – Tunnel of Love – deutet bereits den Übergang der Band zu etwas mehr Pathos an.

Live At The Rainbow Theatre (1979)

Die eigentliche Sensation dieser Box liegt in den 21 bisher unveröffentlichten Tracks der Rainbow-Theatre-Auftritte vom Dezember 1979, die zugleich das Finale der Communiqué-Tour markieren.

Eine Aufnahmequalität von fast schon unheimlicher Transparenz legt das filigrane, aber zugleich präzise Spiel Mark Knopflers offen – eindrucksvoll etwa in Once Upon a Time in the West.

In den letzten Stücken bricht das Konzert aus seiner kontrollierten Souveränität aus, als Phil Lynott von Thin Lizzy die Bühne übernimmt. Sein Bassspiel kippt die Stimmung in ein fiebriges Blues-Set, das den Abend in eine vollkommen andere Richtung lenkt. Nicht perfekt, aber von einer elektrisierenden Präsenz.

Fazit

Die Karriere der Dire Straits habe ich von Anfang an begleitet. Studio- und Live-Alben sind in unterschiedlichsten physischen Formaten bereits vorhanden. Insofern habe ich mir die Hi-Res Dateien des Live-Boxsets sozusagen ohne Umverpackung gegönnt.

Wenn das Vinyl-Boxset allerdings zu einem moderateren Preis angeboten werden sollte, werde ich wohl ein letztes Mal zuschlagen.

Autor: Gerald Langer


Tracklist

Das CD-Box-Set „Dire Straits Live 1978-1992“ umfasst 8 CDs mit den remasterten und erweiterten Versionen von „Alchemy“ und „On The Night“, der EP „Encores“, „Live at the BBC“ sowie erstmals offiziell veröffentlichten Mitschnitten aus dem „Rainbow Theatre 1979“.

Nachfolgend die vollständige Tracklist sortiert nach CDs.

Alchemy (CD 1)

  • Once Upon A Time In The West
  • Industrial Disease
  • Expresso Love
  • Romeo And Juliet
  • Love Over Gold
  • Private Investigations
  • Sultans Of Swing

Alchemy (CD 2)

  • Twisting By The Pool
  • Two Young Lovers
  • Portobello Belle
  • Tunnel Of Love
  • Solid Rock
  • Telegraph Road
  • Going Home – Theme From ‚Local Hero‘

On The Night (CD 1)

  • Calling Elvis
  • Walk Of Life
  • Heavy Fuel
  • Romeo And Juliet
  • Private Investigations
  • Sultans Of Swing
  • Fade To Black
  • Your Latest Trick
  • When It Comes To You
  • I Think I Love You Too Much

On The Night (CD 2)

  • You And Your Friend
  • On Every Street
  • Two Young Lovers
  • Tunnel Of Love
  • Telegraph Road
  • Money For Nothing
  • Brothers In Arms

Encores

  • Your Latest Trick
  • The Bug
  • Solid Rock
  • Local Hero – Wild Theme

Live At The BBC

  • Down To The Waterline
  • Six Blade Knife
  • Water Of Love
  • Wild West End
  • Sultans Of Swing
  • Lions
  • What’s The Matter Baby?
  • Tunnel Of Love

Live at the Rainbow Theatre (CD 1)

  • Down To The Waterline
  • Six Blade Knife
  • Once Upon A Time In The West
  • Lady Writer
  • Lions
  • Sultans Of Swing
  • Les Boys
  • Portobello Belle
  • News
  • What’s The Matter Baby?

Live at the Rainbow Theatre (CD 2)

  • Setting Me Up
  • In The Gallery
  • Solid Rock
  • Southbound Again
  • Where Do You Think You’re Going?
  • Wild West End
  • Twisting By The Pool
  • Good Morning Little Schoolgirl (mit Phil Lynott & Tony De Meur)
  • That’s Alright Mama (mit Phil Lynott & Tony De Meur)
  • Nadine (mit Phil Lynott & Tony De Meur)
  • Keep On Knocking (mit Phil Lynott & Tony De Meur)

Dieses Set bietet ein umfassendes Live-Archiv aus der Blütezeit der Band, ergänzt durch raren und zuvor unveröffentlichten Content.


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